Kulturverein Wallfahrtskirche Götzens

In der Pfarrkirche Götzens befindet sich auch die letzte Ruhestätte des Märtyrerpfarrers Otto Neururer. Im Jahr seiner Seligsprechung, 1996, wurde zu Ehren des Seligen die Urne mir seiner Asche in den neuen Volksaltar gesetzt, zum äußeren Zeichen und zur Erinnerung an einen außergewöhnlichen Menschen. Seither entwickelt sich Götzens mehr und mehr zum gesuchten Wallfahrtsort, zu dem Menschen aus allen Schichten pilgern. Sie kommen mit ihren ganz besonderen Nöten und Sorgen, familiären Problemen, Existenzfragen, Gewissenskonflikten, aber auch bei Glaubenszweifeln und der Suche nach dem Sinn des Lebens.

     Relief Otto Neururer von Manuel Schmid, Bildhauer, Hall in Tirol                                                                                                    

Unsere Zeit braucht Vorbilder. Das Streben nach noch mehr Gewinn, Geld, Prestige, Macht, das kann ja nicht alles sein! Wofür lohnt es zu leben, wo gibt es Hilfe, wo findet der Mensch Orientierung, wohin wendet man sich und an wen? Menschen, wie Otto Neururer sind heute wichtiger denn je, sie sind Vorbild. Neururer ist seiner Berufung in radikaler Selbsthingabe kompromisslos gefolgt. Unbeirrbar hielt er daran fest, auch dann, als es zu seinem Verhängnis wurde und zum Tod führte.

                      

Otto Neururer, geboren am 25. März 1882 in Piller, war von 1932 bis 1938 Pfarrer in Götzens bei Innsbruck. Zeitgenossen schildern ihn als bescheidenen Menschen, der politische Konfrontationen mied, der aber mit kritischem Weitblick die kirchenfeindliche Ideologie des Regimes erkannte. Als 1938 ein Mädchen seiner Pfarrgemeinde einen geschiedenen SA-Mann heiraten wollte, riet Neururer als gewissenhafter Seelsorger von dieser Verbindung ab. Der abgewiesene Mann rächte sich an Pfarrer Neururer mit einer Anzeige bei der Gestapo. Neururer wurde verhaftet und letztendlich ins KZ Buchenwald gebracht, wo er trotz Verbotes seinen priesterlichen Pflichten nachkam und vielen Inhaftierten Trost, Hilfe, Kraft, Halt und Stärke vermitteln konnte. Sein persönliches Schicksal stellte er Gottes Wille anheim. Die seelsorgerische Tätigkeit brachte ihn in den gefürchteten "Bunker", wo er am 30. Mai 1940 auf grausame Weise hingerichtet wurde. Die Urne mit seiner Asche wurde Ende Juni 1940 nach Götzens gesandt. Das Begräbnis des beliebten Seelsorgers gestaltete sich zu einer gewaltigen Glaubenskundgebung. Damals bereits begann die Verehrung des Märtyrers Neururer, damals schon beteten Menschen in ihren Nöten zu ihm und fanden Trost und Hilfe.